Sommer-Linde oder Grossblättrige Linde

Biologen sagen ich sei eine Sommer-Linde (Tilia platyphyllos). Wir werden auch Grossblättrige Linden genannt und sind eine Pflanzenart aus der Gattung der Linden (Tilia) in der Unterfamilie der Lindengewächse (Tilioideae).

Ich bin also ein sommergrüner Laubbaum (und ich liebe das Gefühl, wenn im Frühling meine neuen Blätter zu spriessen beginnen). Wir Sommerlinden können Wuchshöhen bis ungefähr 40 Meter und Stammdurchmesser von über 9 Meter erreichen. Wir können bis zu 1000 Jahre alt werden, mit Glück können es aber auch ein paar Jahre mehr sein. Unsere Krone ist hochgewölbt und oft leicht unregelmäßig gestaltet. Die Rinde ist bei jungen Bäumen (und das bin ich nun wirklich nicht mehr) auffällig glatt und grau, später wird sie mehr braungrau und gliedert sich in verschiedene flache, längs verlaufende Furchen und Leisten. Unsere Äste sind steil nach oben gerichtet, lediglich bei älteren Bäumen (was soll denn das jetzt heissen?) neigen sie sich zum Teil nach unten oder zur Seite. Die Rinde der Zweige ist bräunlich-rot mit helleren Lentizellen, unbehaart oder beinahe kahl. Die eiförmigen, glatten, glänzend rotbraunen Knospen besitzen nur zwei ungleich große Knospenschuppen.

Die wechselständigen Laubblätter sind gestielt. Der Umriss der Blattspreite wirkt fast kreisrund, sie endet in einer sehr kurzen, schlanken, deutlich erkennbaren Spitze und ist am Grund herzförmig eingeschnitten und manchmal leicht schief, sowie ungefähr 6 Zentimeter lang und 5 Zentimeter breit. Der Rand ist regelmäßig gesägt und nach oben gebogen. Die Blattoberseite ist dunkelgrün glänzend, die Unterseite blaugrün. In den Achseln der Blattnerven befinden sich rostbraune Haarbüschel (Domatien).

Jeweils vier bis zwölf Blüten befinden sich an einem hängenden oder allseits abstehenden Blütenstand. Die Kelch- und Kronblätter sind weißlich. Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli.

Die kugelige, kahle Kapselfrucht ist ungefähr 6 Millimeter groß und hat keine hervorstehenden Rippen.

Ja, eben, Biologen nehmen es mit solchen Sachen ja besonders genau. Ich für meinen Teil finde es einfach wunderbar, wenn der Wind leise raschend durch meine Blätter fährt. Oder den Duft den ich verbreite wenn ich im Frühsommer blühe. Oder wenn ein kräftiger Sommerregen den Durst meiner Wurzeln stillt. Wenn ich an solche Sachen denke hoffe ich wirklich, dass mir noch viele Jahresringe wachsen mögen!

Meine Blüten helfen Heilen

Für viele Linner Grossmütter war Lindenblütentee das bevorzugte Hausmittel bei Erkältungen, weil er nicht nur abwehrsteigernd, sondern auch schweisstreibend und damit entgiftend wirkt und den Krankheitsprozess abkürzt.
Meine Blüten sollen bei Hustenreiz, Katarrhen der oberen Atemwege und als Schwitzkur bei fieberhaften Erkältungen wirken. Auch wird dem Tee entkrampfende, entwässernde und magenberuhigende Wirkung nachgesagt.

Entspannung und Beruhigung

Wer sich unkonzentriert und zerfahren fühlt, setzt sich einige Minuten unter die Linde, sie wird beruhigen.
Der Lindenblütentee wirkt beruhigend, wenn die Blüten mit heissem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen werden. Der Tee wirkt durststillend, wenn man die Blüten mindestens eine halbe Stunde ziehen lässt. Lindenblütentee entspannt die Muskeln, entstresst die Nerven und löst Angst. Früher gab man den Tee Gebärenden zu trinken, weil er angstvolle Verspannungen löst, damit die Geburt erleichtert und Entbindungsschmerzen mildert. Nach der Geburt stärkt er den Milchfluss der Frau und hilft dem Säugling bei Koliken, Erbrechen oder Verstopfung.

EIn Bad mit Lindenblütentee am Abend fördert einen tiefen erholsamen Schlaf. Es soll ausserdem zur Straffung der Haut beitragen und bei Migräne Erleichterung bringen.

Rezepte

Lindenblätter pflückt man am besten frisch von dem Baum.Dann werden sie gewaschen und trocken getupft.

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